Günter Rittner schuf in über 60 Jahren ein beachtenswertes künstlerisches Werk und wurde durch Aufträge aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst in breiter Öffentlichkeit bekannt. Seine besondere Begabung liegt in dem hohen Einfühlungsvermögen, das er seinen Modellen entgegenbringt. Als Meister der Bildniskunst portraitierte er außergewöhnliche Menschen. Dabei gilt seine Vorliebe seit den frühen fünfziger Jahren dem Künstlerportrait, insbesondere der Persönlichkeit von Schauspielern und Opernsängern im Leben wie in ihren Rollen.

Mit seiner ererbten schauspielerischen Fähigkeit erfasst er Habitus, Impulse und Individualität in einer klaren Bildgestaltung. Die unterschiedliche Farbgestaltung, das Licht- und Schattenspiel lassen die Aura und Natur des Menschen lebendig erscheinen.

Alle seine großen Ölportraits, eine stattliche Zahl Schauspieler von Rang und Namen wie Therese Giehse, Fritz Kortner, Curd Jürgens, Heinz Rühmann, Marcel Marceau, Senta Berger, über die Pianistin Elly Ney, bis zu Kardinal Friedrich Wetter, der Schriftstellerin Anette Kolb, dem Altbundespräsidenten Walter Scheel, den Altbundeskanzlern Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger, Hans-Jochen Vogel und Franz Josef Strauß, sowie vielen anderen, haben zeitlose Gültigkeit.

Günter Rittner wurde am 11. März 1927 in Breslau geboren. Nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft fand er eine zweite Heimat in München, wo er ab 1948 die Akademie der bildenden Künste besuchte. Seine Lehrmeister waren die Professoren Hillerbrand und Teutsch.
Als junger Mann verlegte sich Günter Rittner auch auf das Schreiben. Er kannte keine Muße, sondern setzte sich mit philosophischen Gedanken und dem Leben auseinander. Auf Studienreisen entstanden farbige Eindrücke von Menschen und Landschaften.

Günter Rittner wurde das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Seine Werke befinden sich in Münchens Städtischer Galerie, im Münchner Stadtmuseum, in der Bayrischen Staatsoper, in den Münchner Kammerspielen und im Berliner Schillertheater. Zwei seiner vielbeachteten Werke, es sind die großformatigen Portraits der Altbundeskanzler Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger, zählen zu den ersten Bildern mit denen Altbundeskanzler Helmut Schmidt die Kanzlergalerie im Bundeskanzleramt gründete. Auch in den Bundesministerien sowie in zahlreichen privaten Kunstsammlungen sind seine Arbeiten zu finden.

Heute lebt der Künstler in München und auf Gran Canaria.